Das Vergnügen befördert die Resignation die sich in ihm vergessen will.

2018.04.06

Bacchus

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2018.04.06

… der schlaudumme Dämon des Leibes – ein ungezähmter Naturgeist – Erfinder von Musik Sprache Tanz Feuerstelle Feuerstein Opfer Tabak – weder Vater noch Mutter – er schleift etwas Langes, nicht Geheures hinter sich her, weiß aber nicht, was es ist – Tage sind Jahre – Monate sind Tage – narrt die Menschen so, wie ihre heimlichen, verbotenen Wünsche sie narren – wo er hinkommt bricht Panik aus – Er begeht Handlungen die so widernatürlich sind dass selbst die Tiere ihn verlassen – der Fuchs und der Häher und der Niß rannten alle davon – maßlos, zuchtlos aber zugleich noch ganz unschuldig – kein Geist von Griechenland her – Waschbärkinder – Verspottung der Menschengesellschaft – wohltätiger Narr – narrhafter Mäzen – Schwitzen Spucken Rülpsen – durch Nachahmung dem Lachen überantwortet – das Boot anbrüllen: aus eigener Kraft kannst du dich nicht bewegen und kannst nichts bewegen – zertrümmert das Boot wirft das magische Kriegsbündel und die Waffen fort – ein Es mit dem Ehrennamen Ich – arbeitet nicht, aber macht Erfindungen – den Tieren mimetisch ihr Geheimnis abgeluchst – fragt die Tiere und Pflanzen nach dem Weg und erfindet dabei die Sprache wegen der Namen – im Dahinschlendern nannte er alle Dinge der Welt bei ihrem Namen – er trägt ein Elchgeweih – vor allem sein Penis hat eine völlig selbständige Existenz und ist so lang dass er ihn in einem Kasten auf dem Rücken mit sich herumtragen muss – er will alle Gefährten loswerden – es gelingt ihm nicht oder nur halb – wandert weiter immer weiter ….

(Nach Elisabeth Lenk: Der Schelm oder die anarchische Struktur des Unbewussten)

… die Zeiten des Glücks sind in ihr leere Blätter …

2018.04.02

Jupiter

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2018.04.01

„Um es herum riss schon das riesige, menschenleere Patagonien sein Maul auf. Aber es ließ sich nicht einschüchtern. Es rückte vor, gab Gas, als wüsste es, wohin es fuhr, oder als führe es irgendwohin. Oder als führe es nirgendwohin. Es war das Kompassnadel-Auto, die Sprudelwasserblase des Windes, der blaue Punkt des Himmels, das Geheimnis in all seinen Dimensionen. Ein Geheimnis nimmt keinen Raum ein, sagt der Volksmund. Einverstanden, aber es durchquert ihn.“ (César Aira: Die Schneiderin und der Wind, übersetzt von Christian Hansen)

… und wendet sich ab …

2018.04.01

„Das Monströse an Frankenstein ist dann, dass er sich einfach kopfschüttelnd abwenden und ohne uns ins Nirwana gleiten könnte. Das Monströse wäre, dass er aufhörte, proletarisch – vom Konsum seiner eigenen Produktivität abgeschnitten – zu sein. Dass die Maschine sich besinnen und der Rekrutierung durch den kapitalistischen Menschen entziehen könnte.“  (Luise Meier: MRX Maschine.)

… eine Erfahrung die dem mehrtägigen Leben in einem Haus aus lauter Lochkarten gleichkommt …

2018.02.08

THERMODYNAMIK

2017.02.17

2. Satz der Thermodynamik: „Es gibt keine periodisch arbeitende Maschine, die nichts weiteres leistet als die Abkühlung eines Körpers und das Anheben einer Last.“
Was alles in den japanischen Notizbüchern steht, wo ich hätte japanisch lernen sollen. Auch ein Slogan von T-Shirt wieder: APE GOOD ENOUGH UNDER COVER
Und andere rätselhafte Wichtigkeiten, wie:
„Zum Cellulitericotta hab ich nichts zu sagen. Irgendwann schreib ich dir von einem langen Satz, der schlaff und mikrig herumhängt und nichts sagt…“

Erkenne dich selbst, werde Brett

2017.02.15

„Wir fragten uns, was das Wahre in der Kunst sei, und fanden, es müsse das Material sein, das durch die eignen Sinne und Nerven gezogen war. Doch wenn wir das Abwägen und Urteilen ganz auf uns bezogen, wenn wir sagten, es sei Bestandteil des Existierens und es müsse zu etwas Zusammenhängendem werden und unsere Selbständigkeit durchsetzen, dann empfanden wir wieder, wie an allen Bibliotheken, Museen und Wissenschaften unsere Maschinen, Werkzeuge und Stempeluhren, unsre gedrängt vollen Stuben hingen, und unter ausbrechendem Hohn, unter gegenseitigen Verspottungen sahn wir anstatt der Kontinuität und des erweiterten Blickfelds nur das Brett vor dem funktionslosen Kopf.“

Bin endlich durch die Untiefen der Pergamonaltarbeschreibung am Anfang von der „Ästhetik des Widerstands“ gekommen und siehe nur, was für eine Perle des Angelegenheits-Patchworks auf S. 227.

I Die Bienen

2017.01.02

Rabbi Rafael von Berschad sprach: „Es heißt, die Hochmütigen werden als Bienen wiedergeboren. Denn der Hochmütige spricht in seinem Herzen: ‚Ich bin ein Schreiber, ich bin ein Singer, ich bin ein Lehrer.‘ Und weil von diesen gilt, was gesagt ist, dass sie noch an der Schwelle der Hölle nicht umkehren, werden sie nach dem Tode als Bienen wiedergeboren. Die summen und surren: ‚Ich bin, ich bin, ich bin!'“

Gespräch eines Lebensmüden mit seiner Seele

2016.12.30

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Ägyptischer Text, verfasst in der Epoche der 12. Dynastie (um 1900 v. Chr.), Verfasser unbekannt, übersetzt von Adolf Ermann, 1896.

What you do when you go around

2016.11.08

costing

(materialistische ideologieanalyse)

9. Einzelne religiöse Vorschriften

2016.10.08

IHR ELENDEN, GANZ ELENDEN! DIE HÄNDE WEG VON DEN BOHNEN.

So Empedokles.

Ergänzungen zu dem obigen Bericht: Von der Sonne

2016.10.07

2
Die Sonne ist so groß, wie sie uns erscheint.

3
Die Sonne hat die Breite eines menschlichen Fußes.

4
Die Sonne ist neu an jedem Tage.*

5
Wenn es die Sonne nicht gäbe, dann wäre es wegen der anderen Gestirne Nacht.

6
Die Sonne sei eine vernunftbegabte Entzündung aus dem Meere.

7
Die Gestirne seien Verdichtungen von Feuer.

8
Die Gestirne ernährten sich von der Ausdünstung der Erde.

– – – – – – – – – – – – – – – – – –
* d. h. an jedem Morgen entzündet sich (aus den Ausdünstungen des Meeres) eine neue Sonne, da die alte, d. h. die des vergangenen Tages, bei ihrem Untergange wirklich erloschen ist, so Herakleitos von Ephesos.

Lu Hsün, Morgenblüten abends gepflückt, oder Wenn hinter Bremsenbremsen Bremsenbremsen Bremsen bremsen…

2016.10.06

„Ich habe vergessen, wie ich in Erfahrung gebracht hatte, daß Dungfang Schuo* auch ein großer Gelehrter gewesen sei und ein Insekt mit dem Namen ‚Guai-dsai’** gekannt habe, eine Inkarnation des Geistes irgendeines zu unrecht Erschlagenen, das sich in Nichts auflöste, wenn man es in Wein tauchte. Ich war begierig, diese Geschichte in allen Einzelheiten zu hören, aber Mama Tschang konnte mir nicht weiterhelfen, schließlich war sie ja auch kein großer Gelehrter. Nun bot sich mir eine günstige Gelegenheit, ich konnte meinen Lehrer fragen.
‚Was ist das für ein Insekt, dieses „Guai-dsai“?‘ fragte ich schnell am Ende einer neuen Lektion, bevor ich entlassen war.
‚Das weiß ich nicht.‘ Er schien nicht sehr erfreut über meine Frage. Im Gegenteil, er blickte recht ärgerlich.
Ich schloss daraus, daß es sich für Schüler nicht geziemt, Fragen wie diese zu stellen; sie haben sich aufs Lernen zu konzentrieren.

* Ein als Witzbold bekannter Höfling und Berater (154-93 v.u.Z.) des Kaisers Wu Di aus der Han-Dynastie (Regierungszeit 140-87 v.u.Z.).

** ‚Guai-dsai‘ bedeutet ‚O wie seltsam‘ “

Ich sollte eigentlich schnurstracks nach Hause fahren und diese Textstelle posten, die Murasaki no Cigar und ich im Kaffeehaus soeben entdeckt hatten, begierig nach dem Witz Lu Hsüns sein Buch in der Mitte aufschlagend. Aber beim Bremsen fiel mir wieder dieser Geruch auf, und dass ich seit langem weiß, dass ich die Bremsklötze wechseln sollte, aber nie die Zeit nehme. Und das, obwohl ich schon länger sogar befürchte, dass sich das Metall in den Bremsklötzen drin schon meine Felgen aufschlitzt – eine zutiefst peinliche Sache. Also mache ich Halt bei Pank Rad, wo der Mechaniker – also ich bin in den ganzen Laden verliebt, seine Frisur, die Art wie er die Gangschaltungen sortiert und stapelt, wie alles organisiert ist, und er selbst in der Mitte, an unhypeigen nicht Hi-Tech ganz normal schönen Rennrädern schraubt. Er ist so trocken, lieb und kompetent wie der Kottan des Lukas Resetarits, im Overall. Alles super, er macht es gleich, kostet 10 Euro, in einer halben Stunde, ich kann warten oder spazierengehen. Die Freude an schneller Aktion und einfacher Kommunikation teilen wir, das Bügelschloss lege ich auf die Heizung. Aber nicht vergessen, warnt er.
Ich bin aber leider jemand, der sich in schlechter Gesellschaft angewöhnt hat, sich gedrückt zu fühlen, Nettigkeiten herauszupressen, und schwafle dummes Zeug. Das nervt ihn ein wenig. Und als ich nach zehn Minuten wiederkomme, um das vergessene Schloss zu holen, und ein bisschen lachen will über die Prophetie, ist er dazu nicht aufgelegt. „Ich habe es gesagt,“ meint er nur knapp und widmet sich wieder dem roten Rennrad in der Mitte des Raumes.
Und vor Scham schiebe ich mein Rad eine Weile die Pankstraße hinauf und verarbeite die Scham zum Vorsatz, mich etwas weniger unübersichtlich zu benehmen.

In die Liste der bestürzenden Ereignisse gehört auch der Moment, als gestern Abend in der Rumbalotte der lesende Tim Holland ein sprachliches Manöver machte, genau analog zu dem Satz mit den Bremsenbremsen, das ich als Kind austüftelte und von dem ich irgendwie durch Anerkennung Absolvenz begehrte. Denn ich spürte schon damals, es ist ein unglaublich nerviges Kunststück. Jetzt fällt mir aber das Wort nicht ein, mit dem Tim es machte.
Die Hybris, kanonische Blödeleien zu überbieten, steht keinem Schriftsteller gut an, nicht einmal als Kind. Leider war ich damals fern davon, das zu kapieren, und so fern war denn auch jede Linderung vom unangenehmen Gefühl des Forcierten. Und so habe ich mir das angewöhnt, das Forcierte.

Fliehet, ihr glückselgen Bienen

2016.03.28

… Gehen vier Brahmanen durch den Wald …

2016.03.28

„Vier Brahmanen gehen durch einen Wald. Drei waren gelehrt, der vierte war vernünftig. Sie sahen Gebeine liegen. Einer der Gelehrten sah, dass es Löwenknochen sind. Er legte sie zusammen. Der zweite war Anatom. Er umkleidete die Knochen mit Fleisch und Fell. Der dritte war Zauberer, der echte Wunder vollbringen kann. Er belebte den Löwen. Der vierte war bloß mit Vernunft begabt. Während die drei Männer aus den Knochen den Löwen machten, kletterte er auf einen Baum. Der Löwe fraß die drei, den vierten erreichte er nicht. Hier ist es der vierte Mann, der unbestraft bleibt. Es war der Mann mit den geringsten Wünschen.“

Aus: Viktor Schlowskij: Von der Ungleichheit des Ähnlichen in der Kunst.

We’re looking … wir suchen .. for a name … nach einem Namen .. for … für dieses hier … here

2016.03.12
Foto und Figur von Stefan RInck

Foto und Figur von Stefan Rinck

 

 

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2016.02.23

„Platos Zahlen hatten ‚sichtbare und fühlbare Körper‘, auch wenn seine beiden Augen fixiert waren auf die geometrischen Wurzeln der Welt. Hunds-Zahlen zählen Hunde, Schaf-Zahlen Schafe, und Vogel-Zahlen ein Geflatter von Flügeln. Der Algebrista, der spanische Knochensetzer, stand bereit, den Schaden zu flicken.

Aristoteles sah im Schlaf Abstraktionen, als sähe er Wasser verdampfen. Jedoch immer noch eindeutige Zahlen von eindeutig benannten Dingen. Einen Vogel, einen unscharfen Flügel, hoch, aus dem Nichts. Der Wasserdampf kondensiert und, im Februar, gefriert. Tote Spatzen fallen von den Bäumen.“

Aus: Rosmarie Waldrop. Driven to Abstraction. Ins Abstrakte treiben.
Übersetzt von Elfriede Czurda und Geoff Howes.
Wien 2015.

2016.02.23

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RKS # 11

2015.10.06

NEXT SCHOW:

Am 31. Oktober 2015 um 20:00 Uhr im Naturkundemuseum Berlin.
THEMA IST: SINNE.
Das Museum befindet sich in der
Invalidenstr. 43, in 10115 Berlin

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