… GESPENSTERFRÜHLUNG …

2012.06.06

Nun, da der Frühling kühl und gespenstig zu Ende geht, möchte ich Ihnen den Zyklus „GESPENSTERFRÜHLING“ vorstellen. Er besteht aus 24 Blättern, sowie zwei an- respektive abmoderierenden Decken. Sie finden ihn auf der hier dahinterliegenden Ebene. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen.

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  1. Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling
    Gespensterfrühling

    m, 06.06.2012
  2. IN DEN HIMMEL FAHREN

    How does one become a prophet, asked the student. Tell your secrets, replied Ginsberg. Und sieh mal einer an, was kaum mehr zu sehen ist: Sie werden transparent. Das heißt: Unsichtbar. Oh nein. Ich sah geheime Alarmismen, sah sie stündlich aus dem Fenster stürzen, Winde, welche in den Himmel stiegen, Motozyklistenleere riss die Räume (röhrend) dem Entschwinden entgegen, dieses drang unverzüglich durch die Lücken betörend – ein. Nein. Nein.

    +++

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Freiheit und Transparenz? Nein.
    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Liebe und Transparenz? Nein.
    Was ist mit der gläsernen Brust? Was steht im Herzen geschrieben? Nein.
    Nein. Vom Transparenztraum haben wir uns längst verabschiedet. Nein.
    Ein zurückhaltender Erzähler. Ein Erzähler, der unser Vertrauen nicht verdient.
    Der Traum von gläsernen Städten, in denen alles unter aller Augen stattfindet.
    Direkt in den Seelen lesen. Nein. In den Herzen. Nein. In den Köpfen lesen.
    Die Revolution behauptet: Was kommt, steht im Zeichen der Transparenz. Nein.
    Wer wird es ausdeuten? Wenn ich alle sage, ist dann alles gesagt? Nein.
    Wenn ich alles gesagt habe, ist dann noch jemand, der es hört? Nein.
    Was ist mit Leser? Ist der Leser noch da? Nein. Und wenn ja, dann wo?

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    Hier, der Entschwindende. Hier, das Übersetzen der Euphorie in die Energie des Entschwindens. Hier, die in die Bewölkung gelöste Energie des Entschwindens der Euphorie. Hier, die Übersetzung des Entschwindens in die Energie des Versprechens nie mehr zu entschwinden. Hier, das Versprechen des Entschwindenden und die Tackernadeln oder Nebelschwaden. Eine Wolke hatte ihn zu sich genommen. Immer Müssen Liebe Machen mit DAS WEISSE, sagte der slowenische Dichter, den ich nach wie vor über alle Maßen bewunderte. Nicht knirschte das Nichts. Die Zurückbleibenden sahen euphorische Energie in ein Entschwinden münden. Und ohne Flammen, in aller Stille, und ohne Pferde in aller Stille, und ohne Räder, in aller Stille, und ohne Wagen in aller Stille, von einer Wolke getragen, entschwand er und dann unterschied man die Wolke vom Himmel nicht mehr. Alles schien leer. „Es gibt keine geheimen Flure ins Wunder.“ (Salamun) Ich fragte: Wo steht dein Wagen?

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    Da – die Parkdecks mit Felswänden verkleidet, stürmten Alpinisten in aller Stille die Innenstädte. Wir Bodenbewohner indes, in den Tunneln, atmeten schwer. Die Freude aber beharrt auf der Freude. Des Entschwindens. Als einem Versprechen. Die Stille beharrt auf der Stille. Die Gelassenheit erlasse es keinem, beides zu sein. Gellt jetzt ein Schrei. Die Gelassenheit erlasse es keinem Gegenteile zu sein.

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    Ah, die Bewölkten. Die In der Welt gebliebenen. Die Vorweggenommenen. Die Am Bodenden. Die Auf Der Erdeten. Die Dagebliebenen. Die Unterhimmelten. Die Zurückgelassenen. Die Wie Steine Abschieds Schweren. Die Zu den Brüdern Geschickten. Die Hineingebohrten. Die Verzweifelten. Die Freudigen. Die Nach Oben Blickenden. Die Den Blick Senkenden. Die Zurückbleibenden. Die Bewölkten. Die Die Ihn Entschwinden sahen. Die Das Entschwinden Bezeugenden. Die Die Zeugen Des Entschwindens Bezeugenden. Die In Einem Neuen Riesenraum Verkrümelten. Die Durch Die Verlorenheit Hindurch Hoffenden. Die Ohn Alles Leid Singenden und Springenden. Die Hüpfenden. Die Hinzugezogenen. Die Ihm Zugezogenen. Die Zu ihm In Die Höhe Gezogenen. Die In Der Verlorensten Verlorenheit Hindurch Hoffenden. Hopsenden. Die Sich Nicht Fürchtenden. Die Sich Aufmachenden. Die Was Ihnen Entkommt Liebenden. Die Dass Es Fortgeht Liebenden. Die Berichtenden. Die Ihre Herzen Erhebenden. Die Später Nachkommenden. Die Zurückgelassenen. Die Am Bodenden. Die Auf der Erdeten. Deren Augen Durch Den Himmel Fahrenden. Die Blitzenden. Die Bewölkten. Ah.

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    Man erfährt das Aufreißen des Raumes beim Abschied. Den aufgerissenen, wie vom Nichts geplünderten immens erweiterten Bezugsraum. Und sich selbst darin. Mit einem Mal verkleinert. Der Himmel breitet sich in jede Höhe, breitet sich in jede Breite aus. Und erklärt es nicht. Freilich spricht davon die Stille alleine. Und sie unterläuft die Flennerei. Jetzt schau doch in den Himmel hoch. Lass Dich bis an die Ränder davon gehen. Und erst am Rand: Ein Wort. Ein Wort, vielleicht zwei. So dass man weiter mitzählen kann. Den Rest kann ich mir sparen. Doch wo wird er gelagert, dann?

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    Noli me tangere, Jean-Luc Nancy. Das Kippen des Bildes. „Ein Drehen der Ebenen, vom Horizontalen zum Vertikalen, eine Änderung der Perspektive auf dasselbe Grab und denselben Tod.“ Die Auferstehung. Unserer Körper. Als stellte sich die Frage: Was tun wir in der Zwischenzeit. Was tun wir, während unsere Körper auferstehn? Die Den Enthüllten Bezeugende Hülle. Die tränende Hülle. Irgendetwas bleibt zurück. Es ist zum Glück nicht unsichtbar. Es ist zu allem Unglück unsichtbar. Wie du willst. Oder aber: Es bleibt nichts zurück.

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    Spüre die Schwere der Zurückgelassenen, die Schwere der den Blick endlich zögerlich und mit einer Enttäuschung wieder Senkenden und sich selber Sehenden, sie sind jetzt wie Dinge. Sie sind doppelt. Sie sind ein Mal in der Hoffnung, ein weiteres Mal in der Enttäuschung da. Sie haben dafür nur einen Leib. Wie auch der In Den Himmel Gefahrene nur einen hatte und den nahm er mit. Den nahm er selber mit. Bis er zurückkehrt damit. Dann: Ein Drehen der Ebenen, vom Vertikalen zum Horizontalen. Dann die Richtungen, die einander löschen. Es löscht die Höhe die Weite. Dann löscht die Weite die Reste der Höhe. Löst in Wohlgefallen das meiste, das allermeiste, also faktisch alles, ja, auf. ALLES AUF. (Sich)

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    Du hörst nur den Wind, wie er den Himmel leerräumt, wie er die Erde leerräumt, wie er die Nähe verräumt. Bleib meinem Fortgang treu, Jean-Luc Nancy. Oh die Wolke. Wolkenmensch und Wolkengott. Er will im Wolkendunkel wohnen. Das Andere in der Welt. Der Ausgang aus der Welt. Die Schleuse. Der tiefe Flur ins Wunder. Der fallende und der sich erhebende Körper. Zwei Männer kamen, tröstend. Es waren zwei apokalyptische Boten. Zwei Performance Artists. Alles beruhte auf ihrer Strecke. Auf ihrer Streckung. Auf dem eigens dem Geschehen angepassten Lendenstrecker. Maria Magdalena ist übrigens 30 Jahre lang 7x am Tage aufgefahren um bei den himmlischen Heerscharen zu speisen, so die Performance Artists.

    m, 18.06.2012

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