NO

NO to spectacle, no to virtuosity, no to transformations and magic and make-believe, no to the glamour and transcendencs of the star image, no to the heroic, no to the anti-heroic, no to trash imagery, no to involvement of performer or spectator, no to style, no to camp, no to seduction of spectator by the wiles of the performer, no to eccentricity, no to moving or being moved.

 

Yvonne Rainer, ‚On dance for 10 people and 12 Matresses called Parts of some Sextets‚, 1965

 

große zahlen

zweitausendmal vergiss es. sehr vergiss es. tausendmal vergiss es und dann tu noch tausend drauf. und dann nochmal vergiss es. und dann wieder. und dann ein weiteres mal. so kanns kommen. und dann wieder.

 

offenbar hab ich das vor 3  Jahren // terminiert, respektive gefühlt

 

 

 

interesting

„In dieser Nacht, etwa um die Mitte derselben, heißt es, vernahm man, während Alles in der Stadt ruhig und vor Furcht und Erwartung dessen was geschehen werde niedergeschlagen war, plötzlich harmonische Töne von allerlei Instrumenten und den Lärmen von einer Menge Menschen unter Jauchzen und Tanzen von Satyren, wie wenn ein Bakchantenschwarm nicht ohne Geräusch hinauszöge; die Richtung sei ziemlich mitten durch die Stadt nach dem äußern Tore zu gewesen, welches den Feinden zugekehrt war; dort habe das Geräusch seine höchste Stärke erreicht und sich hierauf draußen verloren. Denen die über dieses Vorzeichen nachdachten schien es als werde Antonius von dem Gotte verlassen dem er sich Zeit seines Lebens am meisten als ähnlich und verwandt betrachtet hatte.“

.. eine seltsame Verkettung von Zufall, Schickung und Leidenschaft ..

Vormittags: Philologie, Geographie, Alchymie, Technologie, Specialhistorie, Generalhistorie, Physik, Mathematik, Statik, Hydrostatik, Aerostatik;

Nachmittags: Literatur, Poesie, Musik, Plastik, Drastik, Phelloplastik, gemeinnützige Kenntnisse;

Abends: Gymnastik, Hippiatrik, Medicin, insonderheit Anatomie, Physiologie, Pathologie, Semiotik, Biotik, Materia medica;

nachts repetierten, experimentierten, disputierten wir.

.. .. ..

We danced, 0 Brave, we danced beyond their farms.
In cobalt desert closures made our vows . . .
Now is the strong prayer folded in thine arms,
The serpent with the eagle in the boughs.

… die generelle und kaum glaubhafte aber in jedem moment zunehmende härte …
die realistische härte … die kaum glaubhafte aber in jedem moment zunehmende
zunehmend realistische und kaum tröstliche dafür aber umso glaubhaftere härte …

… Chaos, ein wenig jedenfalls, tut not …

– Gleich noch einmal das Inventar in einem unserer Märchen: die Starre des Wechselbalgs, den die Wichtelmänner der Mutter in die Wiege legen, wird so gebrochen: die Mutter setzt ihn auf den Herd und kocht Wasser in Eierschalen, diesen kleinen, fürs Märchen tauglichen kosmogonischen Scherben. Darauf lacht der Wechselbalg und spricht: „Nun bin ich so alt wie der Westerwald / und hab nicht gesehen / daß jemand in Schalen kocht“. Da kommen die „Wichtelmännerchen“, bringen das Kind zurück und nehmen den Wechselbalg mit sich fort. Halten wir in der Eile nur fest: beide Mail der Bann gebrochen.

Aus: „Theorie“ des Lachens, von Klaus Heinrich, in: Lachen – Gelächter – Lächeln. Reflexionen in drei Spiegeln. Frankfurt 1986.

.. .. wovon Quallen träumen .. ..

„Aristoteles führt vier Argumente an, die gegen einen göttlichen Ursprung der Träume sprechen. 1. Wenn Träume wirklich von Gott kämen, so hätte er sie den besten Menschen gesandt; es berufen sich aber ganz beliebige Menschen auf Träume. 2. Sogar die Tiere träumen, was in noch deutlicherer Weise gegen die Göttlichkeit der Träume spricht. 3. Gott würde, wenn er etwas sagen wollte, dies immer bei Tag sagen und nicht bei Nacht und 4. würde Gott seine Wahrheit nicht auf dunkle Weise andeuten, sondern hell und verständlich seinen Willen kundgeben. Hier macht sich (…) ein neuer Wahrheitsbegriff, eine neue Erkenntnistheorie geltend. Während vorher Schlaf und Traum, analog zum heiligen Wahnsinn und zu den orgiastischen Zuständigkeiten, als höhere Zustände galten, das Wachsein hingegen als profaner Zustand, kehrt sich bei Aritoteles das Verhältnis um. Der Schlaf ist kein höherer Zustand, Schlaf und Wachen sind nicht einmal gleichwertig, ebensowenig übrigens wie Tag und Nacht, sondern der Schlaf ist ein Mangel, und was ihm fehlt ist eben das Wachsein.“

(Lenk: Die unbewusste Gesellschaft)

Wovon Quallen träumen. Quallen träumen von: Anderen Quallen. Quallen träumen von Quallenquartett: GWONNA!

… … …

In einem Gartenrestaurant einem Seiltänzer zusehend
Sohn: Vata, wat hat er denn da vor ’ne Stange?
Vater: Det’s seine Blangsierstange.
Sohn: Zu wat braucht er denn die?
Vater: Da halt er sich dran feste.
Sohn: Ick denke, er brauch sich nich halten — er looft so?
Vater: Schafskopp! An wat muß er sich doch halten; sonst fallt er ja runta.
Sohn: Aber, Vata — wenn nu die Blangsierstange fallt?
Vater: Unsinn! Wovon soll denn die fallen ? Er halt ihr ja feste.

„ne eng hantan“ – eine harte Sprache, die keine Antwort erwartet

„Was diese harten Worte betrifft, von denen Clastres spricht, indem er das, was die Urubu dazu sagen, übersetzt: ne eng hantan, sehe ich sehr gut, worum es geht.* Sie beschwören nur Koinzidenzen zwischen zwei Seinsweisen herauf. Die eine ist das, was es damit auf sich haben kann, im Infinitiv zu >>sein<<, in diesem Fall menschlich sein, und das was, was es mit dieser Seinsweise auf sich haben kann, welche die unsere ist und darin besteht, sich bewusst zu sein, zu sein.

Die harten Worte, die ich finde und die ich wiederhole – zumindest eine gewisse Zeit lang – auf die Gefahr hin, sie wieder aufzugreifen, nachdem ich sie ein wenig vernachlässigt habe – beschwören bemerkenswerte Koinzidenzen herauf, Koinzidenzen und nichts anderes.“

*[Die Sprache der Autorität, sagen die Urubu, ist eine ne eng hantan: eine harte Sprache, die keine Antwort erwartet. P. Clastres, Tausch und Macht.]

Aus: Fernand Deligny: Eine einzigartige Ethnie. Natur und Macht und die Natur der Macht. Übersetzt von Ronald Voullié. Verlag Peter Engstler.

 

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„Ein erschöpfender historischer Überblick, schreibt der polnische Gelehrte, würde ein Namensregister von Aristoteles bis zur Gegenwart bilden und damit eine ebenso umfangreiche wie vielgestaltige, letztlich verwirrende >>Anthologie<<.“