.. es senden die oberflächen der dinge ..

“ … Über die Bilder der Dinge: so nennen wir diese Gebilde,
Die von der Oberfläche der Körper wie Häutchen sich schälen
Und bald hierhin bald dorthin umher in den Lüften sich treiben.
Dies sind dieselben Gebilde, die nachts im Traum, wie im Wachen
Uns begegnen und schrecken. Da sehen wir öfter Gestalten
Wunderlich anzuschauen und Bilder dem Lichte Entrückter,
Die aus dem festesten Schlummer empor mit Entsetzen uns wecken.
Aber man bilde nicht etwa sich ein, die Seelen der Toten
Könnten dem Orkus entfliehn und als Schattengespenster umflattern
Uns Lebendige, oder es bliebe von uns noch was übrig
Nach dem Tod, wenn der Körper zugleich und die Seele geschieden
Und sich ein jedes von ihnen in seine Atome getrennt hat.
Also, behaupt‘ ich, es senden die Oberflächen der Dinge
Stets Abbilder der Dinge hinaus und dünne Figuren,
Was selbst der wohl begreift, deß Geisteskräfte nur stumpf sind. …“



Lukrez: Über die Natur der Dinge.
IV. Wahrnehmen, Denken, Begehren
Inhalt des IV. Buches, spätere Fassung
übersetzt von Hermann Diels

3 Gedanken zu „.. es senden die oberflächen der dinge ..“

  1. was sich von der oberfläche löst. vor mir fünf stühle haben sich von der oberfläche gefüllt, im traum wohnten die mottenmaden in der reibe. auf der innenseite der objektförmigen reibe. doch welche reibe wäre nicht objektförmig?

    richtige reiberichtige reiberichtige reiberichtige reibe

    freilich weiß ich, woher dies rührt. tagesreste, sagen wir. nimm die reibe. sei erleichtert, dass sie so gedankenlos schon lange nicht mehr in benutzung war. so dass von innen die made sich fallend gefielen, aufspüren! aufspüren!

  2. denke dir, jene treibenden, kaum abgelösten bilder, denke dir, hüllen? mottenbefallene reiben? ich spüre nichts mehr auf. ich nehme die dinge zur hand und merke wie sie leichter werden, indem bilder sind von ihnen lösen. ich sehe schon durch sie hindurch. oh, du mensch – jeder kann durch eine reibe sehen. das ist ihr wesen! sogar von hier aus kann beispielshalber ich noch durch die auf dem großen tisch (auch er wird leichter!) vergessene reibe sehe. jeder blick dünnt sie aus. jeder blick lässt ihre oberfläche dünner werden, bald ist sie folie nur, nach der folie ist sie kaum noch folie, danach ist sie weniger als folie, dann hat mein blick sie aufgenutzt und sie ist weg. wir können auch andere dinge diesem test unterziehn, sie testend unter vielen blicken zum verschwinden bringen. sieh! sieh! sieh zu!

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