.. Ich hielt eines Nachts einen Saal ..

Ich hielt eines Nachts einen Saal
für ein Hochgebirgstal.
Blitzschnell, als säh‘ ich Gefahr,
ich in Liegestellung war,
zwar erkannt‘ ich gleich die vertraute Umgebung,
gleichwohl hieß ich das Beklommen-
sein und die schöne Belebung
willkommen.

Robert Walser (244/IV)

4 Gedanken zu „.. Ich hielt eines Nachts einen Saal ..“

  1. Die alte Masche trägt nicht mehr so sicher. Ich sehe hier eine Gesellschaft von Murmeltieren, die vorgibt, entzückt zu sein ob der rührenden Verwechslung und der diese Rührung noch vervielfachende Setzung auf eine Karte, der des Lieb-Seins, der guten Laune. Bei einem good natured clown, einem Spaßmacher mit angenehmem Charakter, ist man bereit, bis ins Alter seine Späße, in die er sich allzu bequem eingesessen hat, sodass sie durchhängen, zu tolerieren. Die Begeisterung selbst übernehmen immer neu heranrückende Infanteristen der Dicht- und Salonkunst, denen der alte Sack dank ihrer Grobheit das Feinste der Vorbilder ist.

  2. Als es Nacht wurde, hielt ich den Wald
    für einen Saal, und es wurde mir kalt.
    Ich pöbelte eine Göre –
    Es umarmte mich eine Föhre.
    Ich drehte mich wild;
    die Musik wurde still
    und man warf mich hinaus mit Gewalt.

  3. Aber ich nehme das doch zurück! Wer gegen das Willkommenheißen sich verhärtet, ist kindisch. Wer um es viele Worte macht, freilich auch, aber…das ist kaum ein Fehler zu nennen, dass man die Gewohnheit annimmt, alles aufzuschreiben, wenn man nun mal Schriftsteller ist. Es ist doch, bei Erwägung alles Für und Widers, eine Tugend. Man hält die Kenntnis der Grammatik am Laufenden, und es ist wie Bügeln, wenn da ein Taschentuch oder ein Murmeltier im Gewand ist, merkt man es, während man bügelt, und nimmt es heraus, sonst würde es womöglich darinnen verunstalten.

  4. Da hätte ich auch noch eine variante, die lag die ganze zeit im lager herum… die ist schon älter, etwa so alt wie super broad beans. aber nun – warum nicht? und jetzt wieder zurück in den steinbruch des traums. (ich schlafe so schlecht! rudern will nicht mehr helfen! was soll ich nur tun?)

    ich hielt eines nachts eine bohne
    für eine höhnische drone
    blitzschnell, als säh ich den spott
    ich auf rennpferdsattel hott,
    zwar erkannt ich gleich meine nicht-befähigung,
    gleichwohl glitt ich im hohen bo-
    gen von der bösen verhöhnigung
    durch bohnen

    superbroadbeans

    im unteren drittel halb links kann man mich und meine
    mit mir verbundenen bemühungen sehr gut erkennen.
    von wetten würde ich dennoch ungemein abraten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.