… yellow, watery, but speculative …

… My imagination, unbidden, possessed and guided me, gifting the successive images that arose in my mind with a vividness far beyond the usual bonds of reverie. I saw – with shut eyes, but acute mental vision – I saw the pale student of unhallowed arts kneeling beside the thing he had put together. I saw the hideous phantasm of a man stretched out, and then, on the working of some powerful engine, shows signs of life, and stir with an uneasy, half-vital motion. Frightful must it be; for surpremely frightful would be the effect of any human endeavour to mock the stupendous mechanism of the Creator of the world. His success would terrify the artist; he would rush away from his odious handiwork, horror-stricken. He would hope that, left to itself, the slight spark of life which he had communicated would fade; that this thing which had received such imperfect animation would subside into dead matter, and he might sleep in the belief that the silence of the grave would quench forever the transient existence of the hideous corpse which he looked upon as the cradle of life. He sleeps; but he is awakened; he opens his eyes; behold, the horrid thing stands at his bedside, opening his curtains and looking on him with yellow, watery, but speculative eyes …

mary shelley’s frankenstein

3 Gedanken zu „… yellow, watery, but speculative …“

  1. yellow, watery, but speculative

    hier finden wir die wasserscheide zwischen eigenschaften des dings und des belebten dings. wenn man hier pinkelt, fließt es links in den atlantik und rechts in den pazifik, wenn wir annehmen, dass man in den süden schaut. das ist aber eher männlich gedacht, denn eine frau würde, wenn sie kein tollpatsch ist, nach westen oder nach osten schauen. zugegeben ist das männliche pinkeln gerade für frauen pittoresk.

    was aber bedeutet genau speculative? als etikettierung philosophischer richtungen wurde es zuerst im englischen benutzt. es ist da so ähnlich wie morose. man stellt sich languid wrists vor, unmuskulöse denker, die mit den feinheiten blasser, von der feinen fettschicht fast durchscheinender haut vertraut sind, weil sie sie stundenlang ansehen. ob dies eine tugend oder eine untugend ist, diese gewohnheit, bei regenwetter auf der innenseite des fensters zu verharren und psychisch die regentrophäen nachzuahmen, das ist eine frage, die man ohne energie lange hin und her wenden kann. ja die energie empfiehlt sich in dieser frage geradezu nicht.

    die speculative eyes sind aber auch sehr wach, deshalb auch gelb wie schwach, aber verässlich und ausdauernd glimmende lampen. wer mit einem solchen tonushaushalt ausgestattet ist, ist noch wach, wenn alle stampfetänzer längst schlafen gegangen sind.

  2. Spekulation wird verübt von einem Spekulanten ( zu gut ironisch: Spekulatius ). Die Spekulanten zerfallen in den materiell – spekulativen Typus und den spekulativ – denkenden Typus. Der eine ist für den Spötter des andern anzusprechen. Dieser Zusammenhang erweist sich als fruchttragend, wenn man den sprachkritisch – aufgebrachten Einwürfen trotzen will, denen zu folge es das Wort nach genauerer Betrachtung gar nicht geben, oder es wenigstens nicht gebraucht werden dürfe. Weil die ironisch – verneinende Haltung sich als ungegründet solange erweisen wird, solange sie es nötig hat zu verneinen. Jeder Grund birgt einmal eine entschiedene, oder doch festzustellende Affirmation, auch wenn sie im Verborgenen liegt oder das Ja zu jenem Nein ist, das mit den resten seiner Fesseln um die bluten Gelenke, einen verderblich – vergnügten Humunkulus von Inkubus auf dem Rücken trägt.

  3. … dieses unverständnis, schreibt ETZOLD, ich zitiere: „beruht auf einer hartnäckigen Gegenüberstellung: jener von Arbeit und Spekulation. Wenn allenthalben davon die Rede ist, dass die ‚Finanzkrise‘ nun zur ‚Wirtschaftskrise‘ geworden sei, dann ist damit gesagt, dass die Spekulation nun offenbar – und wieder einmal irgendwie unerwartet – die Arbeit affiziert; die ‚Arbeit‘ selbst ist. … Arbeit und Spekulation wurden in der politischen Moderne immer wieder einander entgegengestellt; und eigentlich fast immer im Namen der ‚Arbeit‘. Die Arbeit, so hieß es, schaffe wirkliche Werte; der Spekulant aber spiele nur verantwortungslos mit ihnen. Die im Innersten moderne Idee einer Selbstschöpfung des Menschen durch die Arbeit wurde immer wieder der unproduktiven Spekulation gegenübergestellt; das Schaffen und Erzeugen dem Kredit und dem Schacher. .. … Die moderne Arbeit ist schon immer spekulativ; sie arbeitet schon immer einen Kredit ab, der auf sie gegeben wurde und den sie nie tilgen kann. Um es mit Marx zu sagen: Die moderne Arbeit existiert als Arbeit – als jene entfesselte, maßlose, bestimmungslose Produktivkraft der kapitalistischen Gesellschaft – erst, indem sie zu Kapital werden oder geworden sein kann; oder verkürzt: indem sie Kapital ist. In der Arbeit arbeitet das Kapital an sich selbst, das heißt, an seiner Vermehrung. Die Spekulation, das Erzeugen aus dem Kredit, ist somit nicht das Andere der modernen Arbeit, sondern ihr Wesen.
    Wenn aber das Kapital an seiner Vermehrung arbeitet, dann arbeitet es eigentlich an der Vermehrung der Schulden und des Kredits. .. .. .. Die Arbeit arbeitet – oder besser: das Kapital arbeitet als Arbeit, weil es den Kredit, der es ist, tilgen will; aber weil das Kapital sich vermehrt, indem es arbeitet, erarbeitet es nur immer einen noch größeren Kredit und somit eine noch größere Schuld.“

    J. Etzold: Die Arbeit der Spekulation, in recherche, Nr 2/2009

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