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2017.10.08

„25. Juni. Bei dem Haupt des wissenschaftlichen Okkultismus, dem Direktor der Initiation eingeladen. Als der Doktor und ich in Marolles en Brie anlangen, werden wir von drei schlechten Nachrichten empfangen. Ein Wiesel hatte die Enten getötet, eine Magd war erkrankt, das dritte ist mir entfallen.“

„1. Juli. Ich erwarte irgendwo eine Eruption, ein Erdbeben, einen Blitzschlag. Nervös wie ein Pferd beim Nahen der Wölfe wittere ich die Gefahr, packe meine Koffer zur Flucht, ohne mich indessen noch zu ihr entschließen zu können.“

Strindberg: Inferno. Übersetzt von Christian Morgenstern. 1898 Berlin.

Die Signatur

2017.04.25
Die Signatur

Die Signatur

… des Lichts beraubte Luft …

2016.05.21

„Des Lichts beraubte Luft – nichts anderes ist, was wir Schatten nennen. Zwar wird nacheinander bestimmten Stellen am Boden Sonnenlicht genommen, überall dort nämlich, wo wir ihm mit unserer Bewegung den Weg verlegen, doch dann, indem wir weitergehen, wird die verlassene Stelle erneut mit Licht gefüllt. Es mag so aussehen, als folge uns auf Schritt und Tritt unverändert der gleiche Schatten, in Wahrheit aber fließen immer neue Strahlen dorthin, wo wir gerade waren, während die alten vergehen, als spinne man Wollfäden ins Feuer. So wird der Boden sowohl des Lichts beraubt wie von diesem erneut überflutet, die dunklen Schatten wie weggewaschen.“

Lukrez: Über die Natur der Dinge, übersetzt von Binder.

… Ich denke, das sind meine Fransen …

2016.03.29

„Fünf oder sechs Tage danach war ich zum Abendessen beim König. [Sonnenkönig in Versailles] Bei den Desserts nahm ich in der Luft, über der Tafel, irgendetwas Großes, Massiges und irgendwie Dunkles wahr, das ich aufgrund der Geschwindigkeit, mit der dieses große Ding auf das Ende der Tafel fiel, nicht Zeit hatte zu erkennen oder darauf zu zeigen. [..] Der Lärm, den es machte, während es fiel, und das Gewicht dieses Dinges ließen einen denken, es würde den Tisch eindrücken, es ließ die Schüsseln klirren, aber ohne eine umzustoßen. [..] Der König wendete bei dem Schlag, den das tat, den Kopf halb zur Seite und sagte, ohne sich im geringsten zu erregen: ‚Ich denke, das sind meine Fransen.‘

Es war in der Tat ein Paket, größer als ein Priesterhut … Es von weit hinter mir gekommen [..] und eine Haarsträhne, die sich in der Luft gelöst hatte, war oben auf die Perücke des Königs gefallen. Livry, der zu seiner Linken saß, sah sie und entfernte sie. Er rückte ans Ende der Tafel und sah, dass es tatsächlich die zum Paket verschnürten Haarfransen waren […] Livry, der das Paket wegnehmen wollte, fand darauf ein angeheftetes Billet; er nahm es und ließ das Paket liegen […].

Folgende Worte, geschrieben in ungestalteter und langgezogener Schrift, wie von einer Frau, standen darauf: ‚Nimm diese Fransen zurück, Bontemps; die Mühe übersteigt das Vergnügen. Meine Handküsse an den König.‘ Es war zusammengerollt, aber nicht verschlossen. Der König wollte es aus den Händen D’Aquins nehmen, der sich zurücklehnte, es befühlte, rieb, hin und her drehte, es dann dem König zeigte, ohne es ihn anfassen zu lassen.

Der König befahl ihm, es laut vorzulesen, obwohl er gleichzeitig selbst las ‚Das ist‘, sagte der König, ‚etwas sehr Ungewöhnliches‘, aber in einem ganz gesammelten und gleichsam historischen Ton. Er befahl dann, das Paket zu entfernen. [..]

Von diesem Moment an sprach der König nicht mehr darüber und niemand wagte mehr, darüber zu reden, zumindest nicht laut; und der Rest des Abendessens verlief, als ob nichts geschehen wäre.“

Aus: Saint Simon, Mémoires, Bibliothèque des la Pléiade, Bd. 1. Seite 618 f.

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2014.12.20

„Ich bin sogar seitdem in eine muthwillige Laune gefallen, in einen gewissen humoristischen Rausch, in welchem mir die Freuden und Leiden dieses Lebens weder wünschenswürdig noch verabscheuungswerth erscheinen, es ist alles um mich her ein breiter, mühsam erfundener Scherz, der, wenn man ihn zu genau beobachtet und anatomirt, nüchtern erscheint: aber wenn man sich auf dieser Maskerade dem Lachen und der guten Laune gutwillig hingiebt, so verfliegt der Spleen, und wir fühlen es, daß wir auch im Lachen weise seyn können. Ist denn überhaupt nicht alles auf dieser Erde ein und eben dasselbe?“

„Ja, das mag wohl sein, aber eins und eins ist zwei!“

spleen

… bitte merkt …

2014.06.06

bitte merkt

bitte merkt

bitte merkt

bitte merkt

bitte merkt ein für

ein für ein für all all

alle mal: allein sein

ist allein sein ist tata

allein sein ist allein

sein ist tatatataaataaaa.

wiewirnennen

2013.01.05

MANUAL FÜR WOLKENKOPP
DIE ÜBERSTIMULIERTEN
zu nah am markt
mundane erbauung
2 männer kamen, tröstend, ins obergemach
noli me tangere, denn ich bin nicht aufgefahren
terminologie der klapse
vom beweis befreite thesen
gattungsbegriff der eine bremse ist
sonntag des metaphernmenschen
donnerstag des metaphernmenschen
himmelfahrt des metaphernmenschen

(vergessene datei geöffnet. aha. datei wieder geschlossen. datei vergessen)

..den lippen GEWEIHt…

2012.08.30

Anfangs, da war es ein Kribbeln. Wieder. Ja. Seitdem immer wieder, (nein, sagte ich, ich denke eigentlich sehr selten an dich, nur wenn dein Erbe mir aus den Lippen bricht, dann denk ich an dich, dann denk ich an dich.) Ein Druck, mir schien: Eine sehr kleine Herde im Dunkeln weiß nicht wohin, so flieht sie versuchsweise an Ort und Stelle, im Kreis. Prickeln. Erhöhter Druck. „Ich perforiere von innen mit der Bleistiftspitze“, sagte der irre Hirte.

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2012.08.29

sagt die dich denkende gabel zu der sich denkenden gabel: „snauzi! ich weiß wo rollo den bart holt“. hoho. sagt rollo, hoho.

… xf sportbrake …

2012.08.09

so es ist vorbei welt unter ist welt unter ist es ist passiert es ist vorbei es ist ein kombi aus kotze es gibt einen kombi aus kotze einen jaguarkombi aus kotze einen unterirdischen kotzkombi es ist passiert es geht nicht mehr zurück lass alles fahren dahin die fahrerlaubnis lass fahren dahin die fahrlehrer lass fahren dahin die fahrlehrerin lass fahren dahin es ist vorbei es gibt einen jaguarkombi aus kotze so geht alles darnieder wird alles zunichte geht alles in geschmacklosigkeit unter ein jaguarkombi aus kotze es geht alles in stillosen streben vor die kombihunde die kombifamilienhunde es geht alles unter es geht zugrunde alles alles alles es ist vorbei welt unter ist das ende der welt ist jaguarkombi aus kotze sie geht in geschmacklosigkeit unter die schönheit hat endgültig ihren abschied genommen ist für immer aus der krisen kaschemme der krise getaumelt die berater lagen in ihrer kotze die berater standen darin die beraterinnen und berater standen darin die schönheit hatte in der krise alles verloren sie lagen feige in der eigenen kotze sie hatten alles alles alles falsch gemacht sie waren schlecht oder gar nicht beraten die schönheit würde nie wieder nie wieder es war alles in geschmacklosigkeit untergegangen noch die letzte parzelle entrissen und der kotze entgegengestülpt keine lücken geblieben keine einzige lücke geblieben weltweit nicht eine lücke geblieben so verdienen sie alle die krise verdienen sie alle die krise kombi aus kotze jaguarkombi aus kotze das ende der automobilindustrie das ende das ende das ende das ende der mobilisierung leider nicht das ende des gewinnstrebens aber die endgültige aufkündigung der liaison von schönheit und gewinn die hässlichkeit des kapitals ist seither grenzenlos geworden hat jede eleganz verloren jede eleganz verloren aus vorbei aus schluss ende wer das nicht sieht hat nicht mal innen augen

WIE SCHNECKEN O YEAH

2012.06.06

wir wollten einander begegnen wie schnecken, krochen jahrelang aufeinander zu. O YEAH.
dann wollten wir uns mit unseren fühlern betasten, betasten mit den fühlern, O YEAH.
dazu wäre nicht ein wort, nicht ein wörtchen gefallen. O YEAH wie wir einander gefallen,
hätten wir allein mit den fühlern O YEAH das hätten wir allein mit den fühlern gespürt.
und hätten wir einander schließlich verlassen, wären gekrochen jahrelang voneinander
WIE SCHNECKEN O YEAH WIE SCHNECKEN O YEAH WIE SCHNECKEN WIE SCHNECKEN
WIE SCHNECKEN WIE SCHNECKEN O YEAH. WIE SCHNECKEN WIE SCHNECKEN O YEAH.

Die Entzweiung tritt auf ihren Gipfel.

2012.01.17

„Dem entspricht nun auch eine seltene Schroffheit des Übergangs. Das zum harten Herz gewordene Gewissen, das in seinem Eifer wider das Böse, in seiner Weigerung, den auch in diesem lebendigen Geist anzuerkennen, sich auf die äußerste Spitze der Abstraktion begeben hat,- ist damit der zur reinsten Armut sich verflüchtigenden schönen Seele gleich. Die Unfähigkeit der schönen Seele, sich an das Wirkliche hinzugeben, und die Unfähigkeit des urteilenden Gewissens, mit dem Bösen als einer Geistgestalt sich in Mitteilung zu setzen, erscheinen als dasselbe, das sich nur in verschiedenen Beziehungen geltend macht. Nun denke man sich die wirklichkeitslose schöne Seele als hartes Herz unversöhnt in der leidenschaftlichsten Entzweiung des Daseins – ihr Untergang muss eine noch düstere Farbe annehmen denn vorher, als vom Verglimmen die Rede war. Hegel spricht davon, dass die Härte des Fürsichseins sich auflöse und vergehe in einer Verrücktheit, die nur noch die geistlose Einheit des Seins hervorbringt.“

Aus: E. Hirsch: Die Beisetzung der Romantiker in Hegels Phänomenologie.

… von etwas leben …

2012.01.15

….. Despite what you may have been told, you may not use LZ’s words as you see fit, as if you owned them, while you hide behind the rubric of “fair use”. “Fair use” is a very-broadly defined doctrine, of which I take a very narrow interpretation, and I expect my views to be respected. We can therefore either more or less amicably work out the fees that I demand; you can remove all quotation; or we can turn the matter over to lawyers, this last solution being the worst of the three, but one which I will use if I need to enforce my rights……

Copyright Notice by PZ (PAUL ZUKOFSKY)

jemand erwähnte: hähnchen

2012.01.04

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2012.01.04

„Das letzte Absurde ist, dass die Ruhe des Nichts und die von Versöhnung nicht auseinander sich kennen lassen.

CLOV: Es gibt so viele schreckliche Dinge.
HAMM: Nein, nein, es gibt gar nicht mehr so viele.

Bewusstsein schickt sich an, dem eigenen Untergang ins Auge zu sehen, als wollte es ihn überleben wie die beiden ihren Weltuntergang.“

Adorno: Versuch das Endspiel zu verstehen. Stelle fast am Ende.

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2011.08.30

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gesagt getan getan gesagt getan gesagt getan gesagt getan jeden absatz umgedreht gesagt  gesagt getan gesagt kragen getan gesagt getan gesagt getan  getan berberitzen gesagt getan gesagt getan gesagt  umgedreht gesagt gesagt getan gesagt getan eine schurfe am hals, ein fältchen an der halde, eine braue, und eine unter der haut sich befindende stockung oder ente gesagt getan gesagt stöckchen getan gesagt  gesagt getan gesagt getan parkt die schnüre gesagt getan stöckchen gesagt  getan gesagt getan gesagt getan gesagt gesagt getan gesagt getan motorsänger getan gesagt getan gesagt getan gesagt gesagt  gesagt getan gesagt getan gesagt getan laub gesagt getan gesagt gesagt gesagt getan gesagt absatz getan getan gesagt getan gesagt getan gesagt auch pfennigsabsatz getan getan getan gesagt dein motto den fremden getan gesagt  gesagt getan getan gesagt getan gesagt getan gesagt gesagt getan gesagt bleiberiten immer diese bleiberiten getan gesagt getan gesagt getan muss vollzogen muss vollziehen

.. das ende schert das werk ..

2011.07.07

das ende schert das werk. zeitlich gehen zubringer generell in jede richtung. der austausch verläuft entlang aller denkbaren achsen, insofern als er sich unablässig erweitert um bislang nicht denkbare achsen. das, was übrig bleibt, ist aktuell und trägt ein schnelles kreuzchen. das andere ist es nicht, es hat kein kreuzchen. die unterscheidung muss vor der entscheidung liegen. alles andere führt in die panik. so wie leute vom kontinent in england blitzschnell überfahren werden. und schließlich vor dem überqueren von straßen in sehr quirligen küstenorten, so sie sich der gefahr bewusst, auch nach oben in den himmel schauen – sie wissen inzwischen, alles kommt von überall. dann sehr schnell rennen. das ende schert das werk.

immeramhang, foto: j.rinck

immeramhang, foto: j.rinck

.. musee des beaux-arts, dijon ..

2011.03.21

ein poetologisches prinzip

2011.03.01

Wie bei Father Ted, wenn die Priester von der anderen Insel anrufen
und sagen: I really liked your sermon the other day. Und Father Ted
sagt erfreut: Oh really? und die Priester von der anderen Insel schreien:
NOOOOOOOO!!!!!! Legen auf, lachen sich scheckig, auf der anderen Insel.