Die Ehe der Interpretation, diese verfluchte Vielehe

Hubert Fichte in „Die Buchstaben der Psyche“: Die Dinge haben Macht über mich, weil ich sie selbst einmal war.

Wer die Dinge mit sich selbst so großsprecherisch – befruchtet? kontaminiert? aussaugt? – dem werden sie irgendwann ganz absichtslos ihre Ebenbürtigkeit beweisen. „Wer war wer?“ heißt es, wenn alle, Macht ist Gewicht, gegeneinanderprallen im Schwerelosen.

Ein Gedanke zu „Die Ehe der Interpretation, diese verfluchte Vielehe“

  1. Andererseits… Sind nicht so viele Texte ebenso viele Seiten Buhlerei um ein Ding, wo der Text immer noch ausschließlich mit den Unsicherheiten des Buhlers verwickelt ist, wenn es das Ding noch so umstellt? Ich denke an die tastende, zur großen Tastgeste verkommene Texte der Postmoderne, diese berühmten Hybride, angeblich zwischen Philsosphie und Literatur, wahrscheinlicher zwischen Tür und Angel. Es ist sehr ehrlich, zuzugeben, dass man nicht das Ding ist, das man mit dem Text – umschwärmt? belästigt? zuschüttet? – es nie war und nie sein wird. Benjamin mit seinen Kinderpfeilen trifft dagegen doch ins Herz der Dinge und verletzt sie doch nicht. Deswegen mögen ihn die Dinge, scheint es. Und Schestag mit seinen Mantisrelikten – dieses Beispiel fällt mir gerade ein – bleibt ein sympathischer Schwätzer.

    Kinsky spielt einen Korken. Nach den Dreharbeiten…schmeichelnde Interviews, aufwärmende Gespräche.. Kinsky: „Ich WAR der Korken.“
    Betretenes Schweigen.
    Ego-Lüge ist wenigstens lakonisch, es ist der EINZIGE Weg.

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