8 Gedanken zu „..moorlands totilas..“

  1. ja, da fehlt ein s. da fehlt ein s. aber wie das immer so ist: neue fans machen immer alles falsch. aber sind sie deswegen weniger fans?

  2. schwarz-glänzend-dressiert
    glänzend-dressiert-schwarz
    dressiert-glänzend-schwarz
    glänzend-schwarz-dressiert

  3. Urschwer und schaut doof aus. Urteuer und schaut doof aus. Es gibt Dinge, dazu gehört übrigens auch ein Teil der Literatur, die sind nur dazu da, zu zeigen, wer sich nicht auskennt, wo das unbefangene Urteil den Urteilenden disqualifiziert. Ein talentiertes Pferd, heißt es, und es sieht aus, als bestünde Dressur im Vorführen von Potential. Wie ein talentiertes Kind, während es wartet, bis es zum Einsatz kommt, sein Talent darin ausübt, nicht auf die Ritzen zu steigen, rührt Moorlands Totilas Arenas von Leuten, die einst selbst talentiert waren und sich in einer Disziplin verausgabt haben, fernab von den Grenzen, wo die Grenzen künstliche Zäune sind und die Bosheit anderer. Ein Schwiegersohn, der umringt von schadenfroh gackernden Erzeuger-Zerstörern die immer gleichen Streichholztricks vorführt in verschiedenen Salons, und die Musik, die da läuft, galant übersieht. Ich denke, er hat Ohrstöpsel wie die Rennpferde, die aber zu keinem Zeitpunkt rausgezogen werden.

  4. Seh ich ein Bild im Museum, ist es nicht weniger schön, weil vielleicht die Mona Lisa in echt blöd war, ist halt einfach perfekt schön.

  5. Ich schreibe doch aus Sympathie für Ms Totilas! Doch bin ich nicht so vertraut mit dieser seltsamen Disziplin, dass ich das Pferd und das, was es da macht, ungetrennt als Einheit bewundern kann, ich sehe absurde Brüche, das ist alles. Eine etikettvrstrickte Anmut, Schönheit, wie ein Körperteil, das aus einem zu engen Gewandstück quillt, ein menschliches Bewusstsein im Inzestkadaver eines Habsburgers, genau wie Monika sagt, und dass die Mona Lisa blöd gewesen sein könnte bringt keinen Hauch eines Widerspruchs zum Bild. Abgesehen vom Unterschied zwischen blöd und doof hat auch noch niemand begonnen, die Größe der Schnittmenge von Schönheit und Intelligenz zu besprechen.

    Zu ersterem würde ich vorschlagen, dass das Blöde denkt, aber nicht gut, und das Doofe überhaupt nicht denkt – was das Doofe ungehindert und durchaus präzise fühlen lässt. Hölderlin war also beispielsweise blöd, während Rilke doof war.

    Und weil Hoffmansthal eher intelligent war, das heißt, sich bevorzugt in Bereichen aufhielt, in denen seine Intelligenz zu herrschen fähig war, musste er sich die Gedanken auf die Schönheit schmieren und dann kauen, bis es verquickt war. Musil übrigens auch, vielleicht ist es auch ein Zeitphänomen, dass die der Industrialisierung der Mathematik verdankte Spaltung eine Zeit lang noch mit einem Buttermesser zu überbrücken war.

  6. ja, exakt, es gibt ein leicht verkommenes Element darin, das delight of Verkorksung, Kür und Verkorksung, ein falscher Genuss, der sehr kompliziert ist, dessen Vollzug jemandem aber notwendig ist oder sein will. Gezwungenermaßen, weil es anders aufgehört hat zu gehen. Inzwischen hat das Pferd Ritardando gelernt und Dosierung, da verflacht die Rührung, lässt nach, die schamhafte Freude am Falschen auch, die nassen Augen gegen Ende, ein Staunen nur noch ohne Knochen, die Dummheit, die Dummheit an der Kandare, ihre Entäußerung – und was sie alles kann! A super-pirouette, der Moment der Hündischkeit, wenn das Pferd mir mit einem mal zum rasenden Dackel wird – es dauert mich – es dauert mich – oder nur noch querliegt, beinah Wulst ist im Galopp und weitermacht, was es gelernt hat. „Was soll ich machen?“ „Wie soll ich es machen?“ Das wären die eingebildeten Fragen der Kreatur, ihr artifizieller Gehorsam: „doesn t look real. no, it doesn t.“ Aber was ist das Reale, das fehlt? Dann sieht man auch, dass es ein kleines Pferd ist, klein und kompakt. Und bildet sich ein, man sieht den Stolz der Übererfüllung, den es aber nicht entgegennehmen kann. Dann steigt Rührsal, oder sagen wir, Traurigkeit auf. Rührung?

    Ich las: „In der Rührung mischt sich die Scham, dass wir von unseren Gedanken abgefallen sind, mit leise herablassendem Spott auf uns selbst. Die Rührung ist die Empfindung des Zwiespalts zwischen Wunschgedanken und Realitätssinn. Die Rührung weiß den Schmerz des Zwiespalts zu genießen und sieht darin kein Motiv den Zwiespalt zu bearbeiten“, so Lorenz Wilkens.

    Oder wie es bei Kafka am Ende des „Berichts für eine Akademie“ heißt: „Am Abend ist fast immer Vorstellung und ich habe wohl kaum mehr zu steigernde Erfolge. Komme ich spät nachts von Banketten, aus wissenschaftlichen Gesellschaften, aus gemütlichem Beisammensein nach Hause, erwartet mich eine kleine halbdressierte Schimpansin und ich lasse es mir nach Affenart bei ihr wohlergehen. Bei Tag will ich sie nicht sehen, sie hat nämlich den Irrsinn des verwirrten, dressierten Tiers im Blick; das erkenne nur ich, und ich kann es nicht ertragen.“

    Und eine Seite zuvor: „Und ich lernte, meine Herren. Ach, man lernt, wenn man muss; man lernt, wenn man einen Ausweg will; man lernt rücksichtslos. Man beaufsichtigt sich selbst mit der Peitsche; man zerfleischt sich beim geringsten Widerstand. DIe Affennatur raste, sich überkugelnd, aus mir hinaus und weg, so dass mein erster Lehrer selbst davon fast äffisch wurde, bald den Unterricht aufgeben und in eine Heilanstalt gebracht werden musste. Glücklicherweise kam er bald wieder hervor.“

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