.. wie also ..

„Wie also die irdische Traurigkeit zur Allegorie gehört, so die höllische Lustigkeit zu ihrer im Triumph der Materie vereitelten Sehnsucht.“
(Ursprung des deutschen Trauerspiels, 203)

kommst nimmermehr aus diesen Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald
kommst nimmermehr aus diesen Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald
kommst nimmermehr aus diesen Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald kommst nimmermehr aus diesem Wald

6 Gedanken zu „.. wie also ..“

  1. „Mit einer Litanei wird eine Vergiftung durch Wörter erreicht. Der Sinn sackt zurück und die Wörter selbst fliegen hoch und winken Nebenwörter herbei, saugen sich voll und fallen wieder zurück, nicht weit entfernt von dem Ort, wo sie hochgestiegen sind.
    Sie haben sich verändert wie verdorbene Speise.
    Wenn die Litanei in der Nähe von körperlichen Abbildungen gewählt wird, verwandelt sie sich selbst in Zärtlichkeit, Begierde, in mehrgeschlechtliche Körper, und Hermaphroditen bewegen sich aus dem Mund heraus und zu den Augen wieder herein.
    Schlimmer: Mund und Ohren fallen ab und ich werde blind.“ H. Fichte, Versuch über die Pubertät

  2. „Sheer repetition exagerrates the sign into a wonder“, dann weiter: sprache als „ultimate double which expresses all doubles“ – hier oben aber sehr schön: es kommt darauf an, wo und in angesicht wessen ich wiederhole, wohl auch: was ich wiederhole. das ist überhaupt ein sehr schönes zitat, die begehung der sinne, hier raus und da wieder ein. dann ihr bankrott.

  3. und käm ich nimmermehr aus diesem wald, dann gäbe es vermutlich auch unterschiedliche weisen, diesen wald nicht zu verlassen zu können.

  4. ich räume gerade den rechner auf, und finde sachen, an die ich mich gar nicht erinnern kann, wie zB die:

    „will man aufhören, feige zu sein, dann muss man im grunde ganz und gar einverstanden sein mit dem, was wird. Die entscheidende idee ist die: das umgekehrte der feigheit ist nicht der wille, sondern die hingabe an das, was geschieht.“ hingabe an das ereignis, für pessoa, hingabe an die piratisch-nomadische abfahrt. wobei passivität nicht resignation hieße. sondern, so badiou, „eine quasi-ontologische passivität, die das wesen verändert über die verpflichtung durch ein absolutes anderswo und die abhängigkeit von ihm.“

  5. Sheer – das Wort klingt, als käme man in schwer feuchtem, lauwarmem Schnee ins Rutschen. Was ist Hingabe? Als Möglichkeit unter anderen, die Mut an die Hand nimmt, klingt sie überzeugend-verlockend, imperative im Sinn von kein vernünftiger Mensch könnte etwas anderes vertreten. Sacht die Ginefer aber und ziecht mich beiseiten: Wenn ich zurücksehe auf die Hingaben, die mein Leben gestalteten, so unterscheiden sie sich sehr, imprimis ob mit odr ohne Handeln.
    Isdas dasselbe wie theoretisch und praktische Hingabe, fragik?
    Da schmiecht sich Ginefer in die Hand und denkt nach: ne, war nix theoretisch, Mädchen. Aber manches war einfallslos. Da lachik da voll Hingabe un wusste nich was als nächste passiert. Wars falsche Hingabe? Wars nicht. Absolutes Andeswo? War woanders. Ich da, und sagich zu mir, jetzt steh mal uf und schau wo meine Abhängigkeit abhängt. Un fandse inder Eckneipe. Sowardit, undan gings jemeindsam weiter ich un meine Hingabe. Und am nächsten Tag wieder Abhängigkeit von der Sonne.

  6. Vielleicht unterscheidet sich Hingabe an einen Ort, Hingabe an eine Idee, ein Bild, und dann die kleinste, mikrige, herausforderndste, an einen Anderen. Sie führt dich auf Wege, wo du nie gehen wolltest, und du wirst zum Lohn vor den Kopf gestoßen, und allerhand lernst du dabei, und wirst klug, aber ganz woanders. Also steckt in dem allen Hingabe an die Zeit. Und an den Raum-an-sich, was aber nicht besonders viel bedeutet. Kurz gesagt, gehörst du nicht dir selbst (wer soll das sein?) und nur in den Augenblicken, wo du die Röcke raffst, um schneller voranzukommen, merkst du, wer du bist.

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