Der lange Moment, sueß und lächerlich zugleich, der Annäherung

an die Kneipe, die meine Stammkneipe werden könnte, wenn ich bezahlen wuerde mich um sie bemuehte, ja wenn ich lernte, wie man eine Beziehung fuehrt, erscheint jetzt, im blauen Licht der Dämmerung, welche irgendwie „illuminativ“ wirkt und zugleich die schwebende, die köstliche Lächerlichkeit des Ernstes, mit der ich meine Annäherung vollfuehre, und die Unverhältnismäßigkeit der Größe meines lang gehegten Vorsatzes auch, ungefähr in diesem Moment in diese Kneipe zu gehen, deutlich hervortreten lässt, wie sie alles deutlich hervorhebt, was es an dieser weiten Straßenecke gibt, in vielen Fällen seit hundert Jahren oder mehr, und mich wieder zu beobachten scheint, wie ich schon die Leute, die vor der Kneipe auf den Bierbänken sitzen – zärtlichen Bierbänken, fuer Dämmerungssitzen und vorsichtige, gut abgesessene Gespräche, und klare, fadengleiche Schnäpse, nicht wie bei anderen Kneipen zum Konsum derber Scherze und dickem Alkohol geeignet und gedacht – die derbsten Scherze sind hier zärtlich, präzise, mit Erfahrung und Absicht plaziert – gewahre, sie auch mich – das alles gemahnt mich an einen Satz von Joseph Conrad, der mir schon gestern Abend meinen Gang mit unbestimmtem, jedoch kneipenartigem Ziel treffend zu beschreiben schien, original aber den Vize-Raja in der Novelle „Almayer’s Folly“ beschrieb, der in der Mittagshitze die staubige Hauptstraße eilig ueberquerte wie eine dicke Ziege „bent on some unlawful expedition“.

Ja, leider fuehrt alle Bereitschaft, Gesetze zu brechen und gefährliche Idioten mit simplen Axthieben zu erledigen, doch nur in die Kneipe, wo Gleichgesinnte sitzen, die man necken kann. O Harmlosigkeit der Welt!

Here am I

A monument to myself, a fish out of water, in der Fremde bin ich mehr als ich, bin ich Karikatur und flache, charismatische Seele.

A monument to myself, a fish out of water, in der Fremde bin ich mehr als ich, bin ich Karikatur und flache, charismatische Seele.

Palette Of Directions

Dies ist eine Palette der Richtungen. Es gibt in der Welt mehr als doppelt so viele Richtungen wie es Lettern im russischen Alphabet gibt, allerdings sind die meisten von ihnen verschiedene Arten von "sch". Dieses Museum der Richtungen befindet sich auf der Insel Rebun, welche man von Wakkanai auf Hokkaido anfaehrt. Es wurde von einem kundigen Mann in der Meiji-Ära angelegt, demselben, der die dortigen Vulkanberge in schöne, vor UV-Licht schuetzende Schleier gehuellt hat.

He damn horse what rises from the ashes of sexuality

in rash unqualified

„In the mountain hermitage which is my body,

In temple of my breast

At the summit of the triangle of my heart,

The horse which is my mind flies like the wind“

„He gallops on the plains of great bliss.

If he persists, he will attain the rank of a victorious Buddha.

Going backward, he cuts the root of samsara.

Going forward he reaches the high land of buddhahood.

Astride such a horse, one attains the highest illumination“

[a passage from one of Milarepa’s „Song of the galloping horse of a yogi“, translated by Losang P. Lhalungpa]

Verfluchte Höhe, höchste Kälte, mein Pferd bekommt Eiszotteln, stirbt.

Melt you cold hart frozen down.

Ikarrhö, Ikarrhö.

Geschmolzenes wird nicht wieder hart,

Verstandenes nicht weich,

Verfaultes klirrt nimmermehr,

und die Seufzer fliehen mich.

Wie war es schön, dringend in den Tagen,

da mir das Zier eine jede Verschmelzung war.

Wie war mein Schritt Wiehern, wie sah mein Blick

Wunderwerke wie Blitzen Zwei Uhr

eines jungen Schwertmeisters, der nicht weiß,

warum man jemand aus Melancholie nicht tötet.

Und meine Melancholie war ein triefendes Schwert der Gegenwart

und meine Liebe war ein Netz für Erhängte.

Sommer sucht Winter,

will Bücher lesen von fremden Menschen und Zeiten.

Ach, die Hufe sind gut, die Hufe, ja,

sie mögen mich nicht, sie kennen mich nicht,

sie lieben mich nicht. Auf dem schwarzen Weg

der abergläubischen Weiberfantasien

traf ich fünf Priester mit roten Leibbändern.

Jedem beichtete ich eine Liebe, und erschlug sie dann,

da ich wusste warum. Alle waren sie schuldig.

O meine Liebsten! In den weißen Kleidern, mit den warmen

Gliedmaßen der Heimat unter dem Rock,

beflaumte Schenkel, den April betastend,

vorsichtig und mit patzender Vorfreude

auf das Gerinnsel des Sommers, das alles verdeutlicht

und einfach macht zu kommen und zu verlassen.

Liebste, gebt mir ein Halsband, ein Tuch, einen Ring,

ein Meerschweinchen: ich brauche ein Pfand,

o Liebsten, dann sing ich

Eure Arme, preise Eure Beine,

und nehme den Bauch eurer Feiern

und den Hund unter dem Bauch lasse ich von mir haben

während ihr liegt und Wein trinkt im Sonnenuntergang, also

des Abends, am Land, hinterm Haus eurer Freunde.

Eins nur verlang ichs dringend: trinkt aus!

Leert jeden Becher in einem Zug! Kein Schmunzeln

beflecke den überforderten Mund.

Igel Eigel-Eigesfeldt

Nach außen bin ich ein sozialkritischer, pointierter Dramenschreiber. Nach innen wackle ich in meinen Fundamenten. Ich schmuse gern. Wer nimmt sich eines armen Tieres ohne Mitleid an?

Ein unheimlicher Geselle. Er hält die Zigarette immer mit der Elektrozange.

Neulich um fünf, das war ziemlich mißglückt:

Ja was…
Was?
Ja was… Ja nje znaju.. Ja was..
Kack.
Kack was?
Kak was spasti.
Don’t mince your words. Kak now?
Ja was.
Was du was?
Bajus.

Bajus was?

Bajus wsjo.
Achso. Scheiß Spasti.

Champangner!

Champangner!

Das Tier

Es scheut natürlich Besitz. Denn alles, was herumliegt, erinnert an eine vergangene Laune, und dass Launen vergänglich sind, und lächerlich, dass die Ordnung solch zufällig zusammengetragener Dinge lächerlich ist, oder müßig erscheint, noch lächerlicher aber, oder besser einfach trist wie der Kapitalismus, ist, unter diesen zufällig zusammengetragenen und mit ziellosem, planlosem Geiz gehorteten Dingen zu leben, ohne wenigstens zu versuchen, ihnen eine Ordnung einzuhauchen.
Dieses Hauchen allerdings, Es übertreibt es, versinkt beim ersten schon in Mund zu Mund beatmung.

Welch lodernden Hass hegt Es auf alles Schlechte und alles Unsinnige, das funktioniert oder zu funktionieren scheint, so die Kapitulation hinauszögernd.

Geld ist schuld

Solange ich Geld habe und er keines, können wir uns nicht unbefangen begegnen. Wenn das Geld alle ist, werden wir andere Sorgen haben.
Was tun, bevor es zu spät ist?
Entweder ich verlier meinen Freund oder mein schönes Leben alleine.
Ich fühl mich wie ein Indiodorf, das den amerikanischen Rinderzüchter verjagt, der bei ihnen Rinder züchten und eine Universität bauen wollte.
Jetzt also zurück zu den Wurzeln und Körnern und einmal im Jahr schlachten.
Die Bücher kriegen wir schon irgendwo her.

Nach ein wenig Recherche und Überlegung: Ich fühle mich wie Nirvana. Weißer Dreck.

Wenn du die Kopfhörer nicht so verwickelst, verwickeln sie sich nicht so.

Leichtes Geld. Leichte Worte, schweren Stoff zu transportieren. Als könnte man irgendwas sagen, und durch unseren alten Freund Magie käme die Schwere rüber. Doch gerade auch alte Freunde verlieren die Geduld, besinnen sich auf ihr eigenes Leben. Leichtes Geld, mit der Kante auf den Tisch. Zurückgeschobenes Trinkgeld. Es ist zu spät. Vorher wars zu früh. Man will dich schikanieren. Aus Liebe. Du kannst nicht alles kaufen, du kannst gar nichts kaufen.

Es scheint, als wäre über Geld schon alles gesagt. Es scheint, immer kürzer wird die Spanne meiner Gedankengänge. Ich spähe, ob schon jemand diesen Weg gegangen ist, ob wer mit mir hechelt, im Geiste, als Geist.

Wer in seiner Umgebung nicht rauchen braucht

Natürlich räumt niemand das Internet auf. Oder doch? Nein. Es riecht im Internet jedenfalls so, wie die Umerde der Stadtbäume, das zu 65% aus Hundekot verschiedenen Alters besteht. Und jetzt bild ich mir noch ein, eine Linde in voller Blüte zu riechen, diesen Geruch von verschwitztem Schritt. Wenigstens pickt der Boden nicht. Und es ist sauber – was wir gemeinhin unter sauber verstehen – keine altersbedingten Nuancen. Jede Nuance muss irgendwer irgendwann gemacht haben.
Aber unser Begriff von Sauberkeit ist so wenig täuschungssicher, wir könnten eine Virtuellbrille aufsetzen und im schrecklichsten Pissoir der Welt an keinen Schmutz glauben.

Schmutz der Emotionen. Ferment von Genealogien. Fische (auch im Aquarium) können menschliche Emotionen verarbeiten, Menschen können Fischkot verkraften, verstehen aber nicht, was die Fische sagen, brauchen sie auch nicht. Die Vegetation schunkelt dazu.

Im Soldiner Eck

Elende Rechnerei

2€ sind elf Lieder
in der Laserdiscobox,
2,10 eine Fahrt mit der BVG,
Kurzstrecke kostet 1,30,
Wochen & Monate
wenn du mit dem Bus fährst
sonst musst du aufpassen.
Die Prüfung ist verschoben
der Blick scheel
Leid grundlos.

Wer hat das wohinein programmiert? Alle heiligen Zeiten (jede Viertelstunde) spielt leise ein halbes Lied, um die Gäste daran zu erinnern, dass es Musik gibt. Man weiß hier wirklich nur den einen Lochkartensatz, der einem aus dem Maul gezogen wird IN GENAU DEM AUGENBLICK. Stille ist das Kühlgeräusch der Spielautomaten. (Hier allerdings integriert. Hier ist alles integriert.) Die Frau hinter der Bar trinkt Wasser aus der Trinkflasche.
Komischerweise, es ist, wenn man aufs Klo geht, dass einem auffällt, wie billig man seine Zeit hier vergeigt. Warum rede ich so schlecht über die Kneipe? Weil die so vornehm sind! Die Tresendame (eben nicht Tresenkraft) macht Rubin aus billigem Rotwein, liest die Bild, schneuzt sich gelegentlich mit dem Taschentuch. Wenn angesprochen plaudert sie, als wäre es heller Tag, über ihre Tochter und über Pankow. Sie gleicht der Wächterin über ein Becken für männliche Seekühe, es würde mich nicht wundern, wenn sie einmal strickte. Gibt es billige Zeit? In der 24-Stunden-Kneipe ist die Zeit billig. Sogar das Gespräch ist billig. Dafür unter allem Häkeldecken.

Nämlich, ich bin sicher, sie wären nicht damit einverstanden, dass ich sage, der Wein ist billig. Sie würdens aber nicht sagen, dass sie nicht einverstanden sind. Auf die Seite kucken.